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Zum Erntedankfest 2021

Von jetzt an gilt, solange die Erde besteht: Nie werden aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht. (1. Mose 8,22)

In diesen Tagen, die so gefüllt waren mit Wahlversprechen der vielen Parteien, mit unterschiedlichsten Inhalten, da könnte man vielleicht darauf kommen, auch diesen Satz wie eine Art Wahlslogan zu lesen. Nur dass er eben nicht von einer Partei stammt, sondern von Gott selbst. Und zwar in einer Situation, in denen sich die Menschen ziemlich gebeutelt und ratlos fanden. Vielleicht ganz ähnlich so, wie sich manche von uns auch heute fühlen.

Eine große Flut war über die Menschen hereingebrochen. Menschen, Tiere und Pflanzen, Gebäude und vieles mehr waren Wassermengen zum Opfer gefallen. Wenn wir uns die Bilder der Hochwasserkatastrophe vor einigen Wochen vor Augen führen, bekommen wir vielleicht eine Ahnung von dem, was damals wohl geschehen sein könnte. Viel Leid, große Zerstörung und ein mühseliger, langsamer Wiederaufbau… Und mitten in diesem Chaos meldet sich Gott nun mit seinem Versprechen, mit seiner Zusage.

Allen Zweifler*innen malt er dazu so etwas wie ein Werbewahlplakat, mit bunten Farben – weithin sichtbar: den Regenbogen. „Er ist der sichtbare Garant für die Zusage, die ich der Erde mache“, verspricht Gott. Ein Zeichen für die Menschen und ein Zeichen für Gott selbst. Gott selbst will sich durch den Regenbogen immer an das erinnern lassen, was er versprochen hat. „Von jetzt an gilt, solange die Erde besteht: Nie werden aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.“

Jetzt könnten wir uns natürlich fragen, ob das wirklich immer noch so ist. In den letzten Jahrzehnten hat sich das Klima sehr verändert. In vielen Regionen dieser Erde fällt die Ernte nicht gut aus. Menschen leiden unter großem Hunger, haben kein sauberes Trinkwasser. Unwetterkatastrophen häufen sich, wie wir eben schmerzvoll erfahren haben, auch direkt in unserer Nähe.

Aber es wird ja zugleich auch immer deutlicher, dass viele Not und Missstände und auch viele Unglücke Auswirkungen menschlichen Eingreifens in die Natur sind. Das Thema „Klimawandel“ war ein sehr zentrales bei dieser Bundestagswahl.

Ich möchte gerne beides zusammen sehen. Das Werben und die Zusage Gottes für eine bedingungslose Partnerschaft mit uns, seiner Schöpfung. Dafür steht immer noch der Regenbogen, den wir am Himmel entdecken können. Und dafür stehen so viele andere kleine und größere Zeichen von Gottes Liebe, die er uns immer wieder schenkt.

Und zum anderen stehen wir zugleich in der Verantwortung für ein solidarisches Leben. Das ist nicht leicht, so beschreibt es Wilhelm Wilms treffend in seinem Lied „Vom Teilen“. Aber wir könnten es uns doch täglich neu vornehmen.

Das jedenfalls sehe ich als Gottes Einladung an diesem Erntedanktag 2021 an: Zum einen, dass wir uns gerade jetzt an seine Zusage erinnern, die bis heute gilt und zum anderen, dass wir selbst mit Herz und Hand und Fuß und Verstand mithelfen, seine Schöpfung zu bewahren.

Wir beten:

Du, unser Gott, wir möchten Dir danken für Deine Liebe und für unzählige Kleinigkeiten, die wir brauchen und die uns so guttun. Wir bitten Dich, schenke uns auch immer offene Augen, Ohren und Herzen für die Welt und die Menschen um uns herum, denen es am Nötigsten fehlt und die unsere tatkräftige Hilfe brauchen. Sei Du bei denen, die Gewalt ausgesetzt sind und Ängste haben, schenke Mut, Hoffnung und Heilung. Amen.

Sabine Grüneklee-Herrmann

2 Gedanken zu „Zum Erntedankfest 2021

  1. Danke, Stefan für deine knappen aber treffenden Gedanken zum Erntedankfest.
    Viel mehr müssen wir gar nicht sagen. Und uns gegenseitig ermutigen, dass wir uns einmischen. Das können und wollen wir weiter tun.
    Liebe Grüße, Achim.

    • Lieber Achim,
      Danke auch für deinen Kommentar! Ich will mich aber nicht mit fremden Federn schmücken: Sabine Grüneklee-Herrmann hat diesen schönen Text verfasst. Ihr Name stand auch schon unter der Andacht, nur oben drüber hatte ich beim Veröffentlichen einen Fehler gemacht. Habe ich eben erst bemerkt. Sorry. Ist jetzt korrigiert. Was du schreibst, stimmt aber so oder so – wir schaffen es nur gemeinsam.
      Herzlich,
      Stefan

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