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Ihr seid der Tempel

Das Fundament ist gelegt: Jesus Christus. Niemand kann ein anderes legen. (1. Korinther 3,11)

Ein lautes Krachen erfüllt die Gegend. Menschen schreien und rennen. Eine riesige Staubwolke wird hochgewirbelt, während das große Gebäude in sich zusammenfällt. Es ist der 3. März 2009 um 13.58 Uhr, als das Kölner Stadtarchiv einstürzt. Zwei Menschen sterben, Menschen verlieren ihre Wohnungen. Womit genau der Einsturz zusammen hängt, ist bis heute nicht geklärt. Nur eines weiß man: es hatte etwas mit den Bauarbeiten der U-Bahn, die unter dem Gebäude stattfanden, zu tun. Wer aber verantwortlich ist, ob es bauliche Mängel gab, ist unklar.

Das Stadtarchiv ist eines der vielen Beispiele, die uns vielleicht vor Augen kommen, wenn wir an einstürzende Gebäude denken. Meistens ist es fremdes Verschulden oder aber eine gezielte Sprengung, die ein Gebäude zu Einsturz bringt. Denn in aller Regel bauen wir unsere Häuser nicht selbst. Dann würden wir natürlich auf die besten Materialen achten und auf eine genaue Ausführung des Baus.

Doch in anderen Ländern dieser Welt ist es den Menschen bereits vor ihrem Einzug bekannt, dass ihre Häuser beispielsweise ein Erdbeben nicht überstehen würden. Wir denken vermutlich zunächst an Drittländer, doch auch in den Vereinigten Staaten von Amerika ist seit 1994 bekannt, dass Häuser mit Stahlskelett eine höhere Einsturzgefahr haben.

Wenn Sie wüssten, dass Ihr Haus, ihre Wohnung nicht sicher ist, würden Sie dort wohnen bleiben? Vermutlich nicht. Wahrscheinlich gar nicht erst dort einziehen. Wir würden nicht in dieser Unsicherheit leben wollen. Und tun es doch jeden Tag.

Aber von Ihrem Zuhause spreche ich auch nicht. Sondern von unserem Alltag. Unserer Gesellschaft. Von uns selbst. Denn darauf bezieht sich ja auch Paulus in seinem ersten Brief an die Gemeinde in Korinth. Paulus beschreibt uns als ein Bauwerk. Das Fundament ist Christus.  Aber das Fundament reicht nicht um zu leben, darauf wird erst aufgebaut. Viele Schichten, die unsere individuellen Leben aufbauen. Paulus beschreibt uns in seinem Brief an die Korinther als Tempel, in den Gott einziehen kann. Aber womit wir bauen, das entscheiden wir.

Paulus‘ Bild des Hauses passt gut dazu. Selbstverständlich bauen wir unsere realen Wohnräume sicher und richten sie gemütlich ein. Aber auf unsere Körper und unsere Welt achten wir kaum. Wir schaden unseren Körpern mit allerlei Dingen. So als ob wir einfach umziehen könnten. Ein Irrtum.

Aber Paulus spricht nicht nur von uns selbst. Sein Bild steht auch für das Reich Gottes, an dem wir mitbauen. Unser Handeln beeinflusst die Welt, in der wir leben. Mit welchem Material wollen wir sie bauen? Mit Toleranz – oder mit Hass und Gewalt? Mit Hilfe für den anderen – oder mit Egoismus? Das liegt in unserer Hand und das Aufbauen einer solchen Welt auch. Eine Welt, in der sich das Reich Gottes verbreitet und in der man gerne und sicher leben kann.

Schriftlesung:

Wir sind also Gottes Mitarbeiter, ihr aber seid Gottes Ackerland. Oder mit einem anderen Bild: Ihr seid Gottes Bau. Nach dem Auftrag, den Gott mir gegeben hat, habe ich wie ein umsichtiger Bauleiter das Fundament gelegt. Andere bauen nun darauf weiter. Aber jeder soll sehen, wie er weiterbaut! Das Fundament ist gelegt: Jesus Christus. Niemand kann ein anderes legen. Es wird auch nicht verborgen bleiben, was jemand darauf baut, ob Gold, Silber oder wertvolle Steine, ob Holz, Schilf oder Stroh. Am Tag des Gerichts wird sich erweisen, ob es Bestand hat. Wisst ihr nicht, dass ihr als Gemeinde der Tempel Gottes seid und dass der Geist Gottes in euch wohnt? Wer den Tempel Gottes zugrunde richtet, wird dafür von Gott zugrunde gerichtet. Denn der Tempel Gottes ist heilig, und dieser Tempel seid ihr. (1. Korinther 3,9-17 | Gute Nachricht Bibel)

Wir beten:

Guter Gott, du hast uns Jesu als Fundament geschickt. Lass uns gewissenhaft darauf aufbauen. Hilf uns zu sehen, wo wir in unserer Welt anpacken und handeln müssen. Schenke uns Mut, für die Schwachen einzutreten und für die Einsamen da zu sein. Amen.

Rebecca Lackmann