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Alles neu!

Für viele von uns ist heute ein eher dunkler und trauriger Tag und in diesem Jahr vermutlich noch einmal mehr. Erinnerungen und Bilder drängen sich auf. Es ist keine leichte Zeit. Und – aber – gerade dennoch möchte ich Sie heute einladen zu einem „Trotzdem“. Lassen sie uns gemeinsam in einem alten Hoffnungsbilderbuch blättern aus einer fernen Zeit, einer Zeit, die auch nicht leicht war.

Dann sah ich einen neuen Himmel und eine neue Erde … Und hörte ich eine laute Stimme rufen: „Sieh doch: Gottes Wohnung bei den Menschen…! Gott selbst wird als ihr Gott bei ihnen sein. Und er wird jede Träne abwischen von ihren Augen … was früher war, ist vergangen… Sieh doch: Ich mache alles neu … Ich bin der Anfang und das Ende“. (Offenbarung 21, 1-7)

Der Schreiber dieses Bibelwortes sieht den neuen Himmel und diese neue Erde genau vor sich. Er will den Gemeinden, an die sich sein Brief richtet, Mut machen. Auch die Menschen damals waren sehr besorgt und verängstigt, so wie viele von uns heute. Damals war es die mächtige römische Besatzungsmacht, von der sich die Christinnen und Christen verfolgt und bedroht fühlten.

Mitten in diese Situation der Angst und der Ungewissheit hinein spricht Johannes von Gott und der Zukunft für seine Geschöpfe, den Himmel und die Erde eingeschlossen. Er schlägt dabei einen bemerkenswerten Bogen. Denn der uns da entgegenkommt ist kein unbekannter Gott.

Es ist der derselbe, der schon in allem Anfang diese Welt schuf und bzw. ‘ins Leben rief’. Es ist derselbe, der den Weg seines Volkes Israel aus Ägypten heraus mitgegangen ist, vierzig lange Wüstenjahre. Und nicht zuletzt ist es derselbe Gott, der in Jesus der ganzen Welt sein wahres Gesicht gezeigt hat, so unfassbar nahe und menschlich.

Dieser Gott wird kommen, verspricht unser Briefeschreiber, und wird alles neu machen. Er wird unter den Menschen leben wie ein Nachbar unter Nachbarn. Und er wird jede Träne abwischen von ihren Augen!

Was für ein zärtliches Bild. Es erinnert an einen zärtlichen Vater, an eine zärtliche Mutter, die ihr Kind in den Armen wiegt, ihm zuhört und behutsam die Tränen abtupft, jede einzelne. Haben Sie sich Gott schon einmal so vorgestellt?

Was für ein Bild – damals wie heute! Gott hat Zeit für uns, für unsere Tränen, unsere Ängste und Zweifel. Er ist da und er wird da sein. Denn er ist der Anfang und das Ende, das Erste und das Letzte, die Klammer um unser Leben mit all seinen Höhen und  all seinen Tiefen.

Aber sind das nicht alles ferne Zukunftsbilder, mögen Sie vielleicht fragen? Ja schon, es sind Zukunftsbilder. So wie für die Gemeinden damals, die vor etwas mehr als 2000 Jahren diesen Brief erhielten.

Und trotzdem lässt sich das eine oder andere dieser Hoffnungsbilder auch heute schon erleben. Wenn uns in tiefer Traurigkeit plötzlich ungeahnte Kräfte zuwachsen. Wenn Menschen plötzlich für uns da sind, die uns zuhören und sich Zeit für uns nehmen, mit denen wir Erinnerungen und Bilder teilen dürfen, die uns gut tun, die uns trösten.

Hoffnungsbilder aus glücklichen Tagen, eingeklebt in einem Album, festgehalten in einem Büchlein oder im Herzen, die uns niemand fortnehmen kann. Ein reicher Schatz! Und in all dem Gott in unserer Nähe, weil er unter uns wohnen möchte. Und Gott auch weiterhin bei unseren Lieben, die er geborgen und beschützt in seinen Händen hält.

Es ist keine leichte Zeit und kein leichter Tag und trotzdem gibt es vieles und sind viele da, die uns Gutes tun, die uns Trost und Hoffnung schenken. Danke, lieber Gott!

Wir beten:

Du Gott, weißt, wie es in unseren Herzen aussieht und kennst unsere Gedanken und Ängste. Du verstehst uns, habe Dank dafür. Und wir danken dir für jede tröstliche Geste, für alles Zuhören, das wir durch andere erfahren durften. Wir bitten dich für uns alle, gerade in diesen Zeiten, schenke uns Hoffnung. Amen.

Sabine Grüneklee-Herrmann

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