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Vom offenen Himmel erzählen

Er wurde vor ihren Augen emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf, weg vor ihren Augen“ (Apostelgeschichte 1,11)

Als Kind war es mir immer klar: der liebe Gott wohnt im Himmel. Von dort sieht er alles. Das ist manchmal nicht angenehm, weil er auch das sieht, was ich gerne verbergen möchte. Aber ich fand es auch irgendwie sehr tröstlich, denn so kann er mich im Auge behalten. Er behütet und beschützt mich. Immer.

Aber weil Gott in meiner Vorstellung im Himmel wohnte, war er für mich immer ein sehr entfernter, ein unnahbarer Gott. Erst später ist mir klar geworden: Gott hat den Himmel ganz weit für uns geöffnet. Er hat den Himmel verlassen, um uns ganz nahe zu sein, um selbst in seinem Sohn in die Welt zu kommen. Und er hat ihn wieder geöffnet, um Christus aufzunehmen. Er lässt uns in der Himmelfahrt an der Öffnung des Himmels teilnehmen.

Leben mit Gott und bei Gott ist ohne Abstand möglich. Auch heute. Auch hier. Jeden Tag. Auf der Erde existiert leider nicht mehr das Paradies, das es schon einmal gab. Damals lebten Gott und Mensch ganz selbstverständlich miteinander im Garten Eden. Diesen Zustand haben die Menschen damals selbst zerstört. Aber – Gott will, dass wir wieder nahe beieinander sind. Deshalb hat er uns seinen Sohn geschickt. Er möchte nicht, dass etwas zwischen uns steht.

Im Alten Testament gibt es auch eine Geschichte vom offenen Himmel: Jakob sieht im Traum eine Leiter, auf der Engel zwischen Himmel und Erde auf und ab steigen. Mit diesem Traum zeigt ihm Gott, dass er ihn erwählt hat, um sein Volk zu führen. Ich bin mir dir, ich behüte dich, wohin du auch gehst, verspricht ihm Gott (Genesis 28,15). Dieses Versprechen gilt allen seinen geliebten Menschen. Es wird in Jesus erneuert und es gilt auch für uns bis zum heutigen Tag.

Gott hat uns in seinem Sohn gezeigt, was möglich ist, wenn wir seine Liebe in die Welt lassen. Welche Kraft wir gemeinsam entfalten können. Deshalb tut es gut, nicht nur zu spüren, dass der Himmel offen ist, sondern auch vom offenen Himmel zu erzählen.

Das ist dann besonders wichtig, wenn das Leben nicht so einfach ist. In Zeiten, in denen wir uns begrenzt oder einsam fühlen. In Zeiten, in denen es nicht einfach ist, die Hoffnung aufrecht zu erhalten. Wenn wir Angst haben, traurig sind oder verzweifelt.

Gott sieht nicht nur milde auf uns herab. Er kommt uns durch den geöffneten Himmel entgegen. Wenn wir uns für ihn öffnen, wenn wir ihn in unser Herz lassen, dann können auch wir in Angst und Unsicherheit seine Liebe spüren. Diese Kraft, die Hoffnung und Zuversicht schenkt, und die uns gemeinsam stark machen kann. Auch in schwieriger Zeit.

Wir beten gemeinsam:

Gott, wir bitten dich, dass wir erkennen, dass dein Himmel für alle offen steht.
Sei allen nahe, die krank sind oder mit dem Tod ringen;
allen, die trauern, die einsam sind oder von Ängsten geplagt;
allen, die Hunger leiden, und von Streit und Krieg umgeben sind.
Gib ihnen neue Kraft, sende Hilfe und Heilung.
Öffne unsere Herzen, damit wir deine Liebe und Wärme in uns aufnehmen können.

Amen.

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