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Friedensgruß zum Stadt- und Bürgerfest Essen Original 2019

„Die Würde des Menschen ist unantastbar!“ – so heißt es im ersten Artikel unseres Grundgesetzes, das vor 70 Jahren vom Parlamentarischen Rat verabschiedet wurde. In diesem Satz schwingt die Überzeugung mit, dass ein jeder Mensch einzigartig ist und einen unverwechselbaren Wesenskern besitzt.

Für mich als Christin verbindet sich mit dieser Wertschätzung der Würde eines jeden Menschen der tiefe Glaube, dass Gott einen jeden und eine jede von uns in Liebe und zur Freiheit erschaffen hat. Gott selber gibt jedem Menschen seine unveräußerliche und unverfügbare Würde. Auf dem Hintergrund der Katastrophe von zwei Weltkriegen hat der Parlamentarische Rat diese unantastbare Würde betont. Es schwingt das klare Bekenntnis zu Mitmenschlichkeit und Respekt gegenüber jedem Menschen mit.

„Die Würde des Menschen ist unantastbar!“ – dieser Grundsatz gilt bis heute. Er gilt für eine jede und einen jeden von uns: unabhängig von Geschlecht, Alter, Nationalität und Religion. Gott hat alle Menschen mit einzigartiger Würde ausgestattet und sie gleichzeitig auch beauftragt, die Würde ihrer Mitmenschen uneingeschränkt zu achten.

Jesus hat diese Begabung und Beauftragung mit seinen Worten auf den Punkt gebracht: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!“ Anders als in unserem heutigen Sprachgebrauch, schwingt im Wort „Liebe“ im Aramäischen die Bedeutung „Respekt“ mit: Liebe und Respekt gehören für Jesus zusammen.

Die Würde des Anderen zu achten und sich selber und den Anderen, die Andere mit allen Grenzen und Möglichkeiten sogar zu lieben, ist eine tägliche Aufgabe, von der ich glaube, dass sie zum Frieden führt.

Dass wir heute für den Frieden und die Würde eines jeden Menschen gemeinsam beten, freut mich sehr. Wir brauchen diese Augenblicke der Verbundenheit, denn die Herausforderungen sind groß: es gibt soziale Ungerechtigkeit, Armut und Gewalt auch in unserer Stadt. Die Folgen des Klimawandels und der Globalisierung können wir nur miteinander bewältigen. Es gibt viel zu tun und jede und jeder ist gerufen, ihren und seinen Teil dazu beizutragen, damit in unserer Stadt ein jeder Mensch ein „Essener Original“ für den Anderen sein kann.

Das dies gelingen möge, gebe uns allen Gott.

Marion Greve

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