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Begeistert

Der Wind bläst, wo er will, und du hörst sein Sausen wohl; aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er fährt. So ist ein jeder, der aus dem Geist geboren ist. (Johannes 3,8)

Manche können vor Begeisterung jubeln und „die Welle machen“, wenn eine schwarz-weiße Lederkugel die Linie zwischen zwei Pfosten überquert. Andere kreischen vor Begeisterung hysterisch herum, wenn Sie ihren Superstar einmal live erleben. Wovon sind Sie begeistert?

Als Kind war ich begeistert von meiner Gitarre, die ich zu Weihnachten bekommen hatte. Aber als es dann daran ging, regelmäßig zu üben, da erlosch die Begeisterung schnell wieder. Oftmals ist Begeisterung wie ein Strohfeuer: Man ist von etwas oder jemandem begeistert, man ist „Feuer und Flamme“ – aber dann wird die Begeisterung vom Alltagstrott erdrückt. Am Anfang der christlichen Kirche stand die Begeisterung – merken wir heute noch etwas davon?

Pfingsten, das Fest der Gabe des Heiligen Geistes, gilt als Geburtstag der Kirche. Die Jüngerinnen und Jünger Jesu werden mit Gottes Geist erfüllt: Gottes Geist, Gottes Kraft, die in uns Menschen wirkt. Und die bewirkt, dass Glaube nicht nur ein paar Sätze sind, die wir mal gelernt haben, nicht nur eine theoretische Überzeugung, sondern dass der Glaube unser Herz berührt und bewegt, dass der Glaube Hände und Füße und Lippen in Bewegung setzt.

An Pfingsten haben die ersten Christinnen und Christen angefangen, „begeistert“ anderen Menschen von ihrem Glauben zu erzählen. Und davon lebt die Kirche bis heute. Wenn wir Pfingsten feiern, dann geht es in erster Linie nicht um die Erinnerung an die Anfänge der Kirche, sondern um die Erwartung und Hoffnung, dass Gottes Geist auch bei uns heute zur Wirkung kommt. Es geht um die Erwartung und Hoffnung, dass unsere Kirche, unsere Gemeinde durch Gottes Geist lebendig wird, dass unser persönlicher Glaube lebendig wird. Und dass wir begeistert werden, erfüllt von Gottes Geist, erfüllt von einer Begeisterung, die nicht nur ein Strohfeuer ist, sondern uns im alltäglichen Leben bewegt.

Jesus hat einmal gesagt, dass Gottes Geist weht, wo er will (vgl. Johannes 3,8). Wir können die Begeisterung durch Gottes Geist nicht selbst erzeugen, aber Jesus hat einen Hinweis gegeben, wo dieser Geist in besonderer Weise wirken will. Jesus sagt: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“ (Matthäus 18,20) – durch den Heiligen Geist.

Gottes Geist will insbesondere in der Gemeinschaft, im gemeinsamen Singen und Beten wirken – und im Achten auf Gott.

Oliver Ruoß