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Nahrung für die Seele

Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele? (Matthäus 16,26).

Eigentlich ist das doch, trotz des dreifachen Konjunktivs, eine mit einem Wort einfach zu beantwortende Frage: Nichts! Und doch, wenn, ich genau hinsehe, hat dieser Satz einige Stolpersteine, die zum Nachdenken anregen.

Was bedeutet denn „die Welt gewinnen“? Damit sind doch wohl kaum unsere Sorgen um das tägliche Brot und unsere weltliche Existenz gemeint, sondern eher unsere Wünsche nach dem Lottogewinn, nach Besitz, Ansehen, Karriere und Einfluss, nach körperlicher Fitness und ewiger Jugend. Und heute auch nach Likes und Followern.Bevor Jesus Gottes Botschaft zu den Menschen bringt, wird er in der Wüste auf die Probe gestellt: Nutz deine göttliche Kraft für Zauberei und mach aus Steinen Brot! Sag dich los von Gott und übernimm die Weltherrschaft! Riskier dein Leben und stell Gott auf die Probe! Doch Jesus widersteht den Verlockungen der Welt.

Und wie nimmt die Seele Schaden? Was ist überhaut die Seele? In der zweiten Schöpfungsgeschichte wird die aus einem Lehmklumpen geformte Figur durch den Atem Gottes zu einem beseelten Menschen. Diese Seele ist also die Kraft, die uns zum Menschen macht. Es geht ihr gut, wenn wir auf uns achtgeben und mit uns selbst im Reinen sind. Sie nimmt Schaden, wenn wir uns überfordern, unzufrieden sind oder uns fremdbestimmen lassen. Der Schaden zeigt sich dann zum Beispiel als Burnout oder Einsamkeit, als Kaufsucht oder Zwang zur Selbstoptimierung.

Ich denke, so wie es jedem von uns wichtig ist, unseren Körper mit Nahrung und Pflege zu versorgen, so sollte es uns auch wichtig sein, unserer Seele Gutes zu tun. Wir dürfen uns Ruhe gönnen, Auszeiten mit Meditation, wir können im Gebet unsere Belastungen aussprechen. Bei den Menschen in der Kirchengemeinde finden wir nicht nur Verständnis, sondern auch Fröhlichkeit und Freundlichkeit.

In der Wüste sagt Jesus: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von jedem Wort, das aus dem Munde Gottes kommt. Gönnen Sie Ihrer Seele Nahrung! Kommen Sie doch einfach mal wieder zum Gottesdienst.

Henny Dirks-Blatt