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Verjüngungskur

Meine „Kleine“ studiert Theologie, schon seit fünf Semestern … aber erst jetzt ist mir wirklich bewusst geworden, was das auch für mich bedeutet.

Meine Tochter bittet mich um eine kritische Meinung zu einer ihrer Hausarbeiten. Ein theologisches Thema – bislang mein „sicherer Ort“, an dem nur ich mich auskannte in unserer Familie. Nun wird zwischen zwei „Kolleginnen“ diskutiert.

Meine Tochter kennt Namen von Theologinnen und Theologen, die habe ich nie gehört. Sie vergleicht meine altbekannten dogmatischen Positionen etwa mit neuen Entwürfen aus Amerika. Sie nimmt selbstverständlich am interdisziplinären Seminar teil und der interreligiöse Dialog ist ein normaler Bestandteil ihrer Bemühungen, sich in der Welt der Theologie zu orientieren.

Ich weiß nicht, ob ich platzen soll vor Stolz oder vor Kummer vergehe, weil ich mich abgehängt fühle.

Fürs erste habe ich mich entschieden, die neuen Anregungen aufzunehmen. Ich lasse mir die neuen Texte meiner Tochter schicken, werde sie studieren und dadurch, hoffentlich, auch selbst frische Gedanken in meinen Kopf bekommen: Eine Art Verjüngungskur für die theologische Mutter.

Schauen, was kommt! Es fühlt sich gut an.

Anke Augustin