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Vieles ist möglich, wenn uns Gottes Wort nahe ist

Denn es ist das Wort ganz nahe bei dir, in deinem Munde und in deinem Herzen, dass du es tust. (5. Mose 30,14)

Am heutigen Sonntag geht es um die Ernsthaftigkeit im Glauben. In unserem Bibelvers meint das, Gottes Wort zu leben. Ich persönlich denke immer, dass ich das tue. Aber dann lese ich ein Gleichnis und mir fällt auf, dass ich mich meistens in der Position des Schwachen oder Ungläubigen wiederfinde. Der seinen Besitz nicht abgeben will. Der Vorurteile hat. Der sich selbst zu wichtig nimmt. Vielleicht lehne ich mich weit aus dem Fenster, aber ich behaupte, das geht uns allen oft so.

Wir kennen Gottes Gebote. Wir kennen Jesu Gleichnisse. Und wir wissen, was uns das Wort sagt. Wir wissen, was eigentlich richtig wäre. Aber wir wissen auch, das entspricht nicht der Natur des Menschen. Wir sind es gewohnt zu kämpfen, um mehr zu haben, weiter zu kommen, höher zu steigen. Dabei bleibt ganz oft die Menschlichkeit auf der Strecke. Denn um Menschlichkeit geht es in allen diesen Stellen. Das klingt hart, oder?

Seltsamerweise sind es bei mir gerade die letzten Monate, die mir Hoffnung geben. Die mich an den Satz aus dem Gleichnis über den reichen Jüngling denken lassen: bei den Menschen ist es unmöglich, aber nicht bei Gott. Denn bei Gott sind alle Dinge möglich (Matthäus 19,16-27).

Gerade jetzt habe ich mir Zeit für Dinge und Menschen genommen, die früher zu kurz kamen: Ich habe zu Beginn der Corona-Pandemie oft mit fremden Menschen gesprochen, die man beim Einkaufen traf. Geteiltes Leid war halbes Leid. Ich dachte an Menschen, die ich ewig nicht gesehen hatte. Ich bestaunte die Natur und war froh, dass wir in Deutschland unsere Wohnungen noch verlassen konnten und nicht, wie in anderen Ländern, zuhause bleiben mussten. Ich teilte meine Toilettenpapierreserven mit Nachbarn und bekam dafür Mehl geschenkt. Es gibt viele solche Erfahrungen, sicher auch bei Ihnen.

Jetzt ist es wieder ein wenig normaler. Die Zeit wird wieder schneller, die Menschen unvernünftiger, Toilettenpapier gibt es an jeder Ecke. Und bitte verstehen Sie mich nicht falsch – ich will dieses Virus in keiner Weise beschönigen. Viele Menschen sind gestorben, viele sind schwer krank und daran ist nichts Gutes.

Aber ich habe die Hoffnung, dass es den anderen geht wie mir. Dass da trotzdem noch diese kleinen Momente sind, wo wir diese Demut und Dankbarkeit spüren. Wo uns das Wort Gottes ganz nahe ist, das Teilen selbstverständlich wird und das Aneinander denken auch. Denn wichtig ist, dass wir es immer wieder versuchen und an uns arbeiten.

Wir werden immer wieder scheitern. Aber ich bin überzeugt davon, wenn plötzlich so viele Dinge, die immer unmöglich schienen, für uns möglich sind, dann kann ich mich darauf verlassen, dass bei Gott wirklich alles möglich ist, und dass er uns trotz aller Fehler annimmt und begleitet.

Wir beten:

Guter Gott, wir bitten dich, lass uns an dein Wort denken und immer wieder neu versuchen, nach deinem Willen zu leben und zu handeln. Wir bitten dich im Hinblick auf die steigenden Corona-Zahlen, die Menschen nicht unvorsichtig werden zu lassen. Steh uns weiterhin bei, begleite uns und schenke uns Geduld. Amen.

Rebecca Lackmann

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