Über die Verletzlichkeit menschlicher Beziehungen | In Zeiten von Corona #3

Der Herr wandte sich Israel wieder zu um seines Bundes willen mit Abraham, Isaak und Jakob und wollte sie nicht verderben, verwarf sie auch nicht von seinem Angesicht bis auf diese Stunde. (2. Könige 13,23) – Gottes Gaben und Berufung können ihn nicht gereuen. (Römer 11,29) | Herrnhuter Tageslosung für den 19. März 2020

Die Corona-Krise erinnert uns an unsere Verletzlichkeit. Was wir gerade erleben, lässt uns spüren, dass wir Naturwesen sind – gemacht aus vergänglichem Staub, wie es in der Bibel ausgedrückt wird. Jederzeit kann es zu Ende sein, jederzeit kann es mich treffen, ich kann es nicht wirklich beeinflussen, was auf mich zukommt.

Unsere Tageslosung spricht nun davon, dass Gott sich mit dem endlichen Staub-Wesen Mensch verbindet; eine liebevolle Bindung eingeht. Weiterlesen

Der verwundbare Gott

Unverwundbar sein – keine Schwäche zeigen. Es ist diese Haltung, die gegenwärtig Regierende wie Putin, Erdogan und Trump demonstrieren. Eine Konzentration auf vermeintliche Stärke und Macht, auf Verteidigung, Mauern und Grenzen. Nur ja keine Schwäche zeigen, keine Unsicherheit zugeben.

Diese Haltung der vermeintlichen Unverwundbarkeit ist es, die mich in diesem Jahr im Zugehen auf das Osterfest beschäftigt. Ein Fest, das darin seine lebensspendende Kraft findet, dass es die Verletzlichkeit, das Leiden, die wunden Punkte im Leben, nicht ausblendet. Weiterlesen

Eine Erneuerung, die gut tut und erfrischt

Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch. (Ezechiel 36,26)

In meinen Gesprächen erlebe ich häufig, dass sich viele Menschen Sorgen über den Zustand unserer Gesellschaft machen. Und die Nachrichten der letzten Wochen und Monate scheinen ihnen Recht zu geben: Da liegt ein hilfloser Mann in Essen vor einem Geldautomaten auf dem Boden – und die Videoaufnahmen zeigten uns, wie andere Menschen den offensichtlich Hilflosen ignorieren; über ihn hinwegsteigen. Da ist jene heimtückische Attacke in einer Berliner U-Bahn-Station, bei der eine junge Frau hinterrücks die Treppe hinuntergetreten wurde. Da sind die schrecklichen Terrorakte und die Anschläge in Berlin, Brüssel, Nizza.

Was treibt Menschen an, mit Hass und Gewalt das Leben anderer, das Leben von Jungen und Alten zu zerstören? Wie konnte ein gewalttätiger und radikalisierter Mann wie Anis Amri mutmaßlich die Mordtat auf dem Weihnachtsmarkt im Herzen Berlins begehen? Viele machen sich angesichts von Terror und Gewalt zunehmend Sorgen um ihre eigene Sicherheit. Beim Euro, bei der Rente, an den Grenzen – es geht um sichere Straßen, sichere Wohnungen und sichere Lebensverhältnisse. Ist also an der Jahresschwelle zu 2017 plötzlich die Sicherheit das höchste Gebot? Weiterlesen