Wenn wir Gott nicht verstehen | In Zeiten von Corona #8

Der Herr ist gerecht in allen seinen Wegen und gnädig in allen seinen Werken. (Psalm 145,17) – Darum lassen auch wir nicht ab, für euch zu beten und zu bitten, dass ihr erfüllt werdet mit der Erkenntnis seines Willens in aller geistlichen Weisheit und Einsicht. (Kolosser 1,9) | Herrnhuter Tageslosung für den 24. März 2020

Wir machen gerade lebensbedrohliche Erfahrungen mit der Abwesenheit Gottes. Oder wie anders kann man die Militärkonvois deuten, die die Leichen in Italien im Stundentakt abtransportieren müssen?

Nicht erst seit Corona machen Menschen solche Erfahrungen. Die Bilder von den Grauen des Weltkrieges sind uns präsent: Leichenberge in KZs, Massengräber gefallener Soldaten, zerbombte Städte, entkräftete, am Straßenrand zurückgelassene Menschen auf der Flucht. Wie anders kann man sich solche Bilder erklären, als dass Gott sich abgewendet hat, nicht teilnimmt am Schicksal der Menschen? Was soll ich also anfangen mit dieser Tageslosung? Wie infam ist diese Behauptung – „Der Herr ist gerecht in allen seinen Wegen“ – angesichts dieser Bilder? Weiterlesen

Jauchzet, frohlocket!

Jauchzet, frohlocket, auf, preiset die Tage! Rühmet, was heute der Höchste getan! Lasset das Zagen, verbannet die Klage, stimmet voll Jauchzen und Fröhlichkeit an! Dienet dem Höchsten mit herrlichen Chören, lasst uns den Namen des Herrschers verehren! (Johann Sebastian Bach: Eingangschor aus dem Weihnachtsoratorium BWV 248)

Weltberühmte Worte aus dem Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach aus dem Jahr 1734, die mich berühren; an einem Adventwochenende in der Erlöserkirche, gesungen vom Essener Bachchor – und genauso in diesem Jahr auch in anderen Essener Gemeinden. Die fünf Paukenschläge, mit denen die Musik beginnt: „Achtung! Wichtig! Herhören und alles andere vergessen!“ Wie jedes Jahr denke und fühle ich: Jetzt, jetzt bin ich im Advent – richte mich auf Weihnachten hin aus. Weiterlesen