So geht Zahltag bei Jesus

Am Zahltag gab es früher die Lohntüte. Der Arbeitnehmer erschien im Lohnbüro und erhielt den Lohn für seine geleistete Arbeit in barer Münze in einer Papiertüte in die Hand gedrückt. Wenn die daheim wartende Ehefrau Glück hatte, erschien der Gatte dann ohne längeren Umweg in die Kneipe mit dem kompletten Inhalt der Tüte am heimischen Herd – notfalls musste Mutti den Ernährer aber auch am Tresen einsammeln gehen, wenn denn der Monat noch gerettet werden sollte.

Der Lohn für das, was man geleistet hat. Soweit menschliche Zahltage. Bei Gott funktioniert das System Zahltag anders, davon erzählen so einige Beispiele in der Bibel. Denken Sie nur an die Aufregung der Arbeiter im Weinberg, als sie bemerken, dass alle dieselbe Bezahlung erhalten haben – egal, wie viele Stunden sie geschuftet hatten! Das war nach menschlichen Maßstäben doch total ungerecht! Weiterlesen

Alles wird gut!

Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht. (1. Mose 8,22)

„Alles wird gut“ war auf dem bunt gemalten Zettel zu lesen, der an einem Fenster hing und einen bunten Regenbogen zeigte. Alles wird gut. Wie gern wollte ich in diesem Moment glauben, dass alles gut wird, aber ich sehe die Bilder im Fernsehen, ich höre die Zahlen im Radio, ich höre von Menschen, die leiden.

Alles wird gut! Da sind die Kinder einer Verstorbenen, die durch die jetzigen Besuchsverbote in Krankenhäusern nicht mehr die Möglichkeit hatten, sich so richtig von ihrer Mutter zu verabschieden, da ist eine Freundin, die sehr darunter leidet, dass sie einen Freund, den sie schon viele Jahre in einem Heim begleitet, im Moment nicht besuchen darf, obwohl es ihm gerade arg schlecht geht. Weiterlesen

Zuversicht in der Angst

Er sagte zu ihnen: Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben? Da ergriff sie große Furcht und sie sagten zueinander: Wer ist denn dieser, dass ihm sogar der Wind und das Meer gehorchen? (Markus 4,40-41)

„Wir melden uns, sobald die Gefahr vorüber ist“, diesen Satz hören wir in den Verkehrsnachrichten, wenn uns mal wieder ein Falschfahrer entgegen kommt. Vielleicht fühlen wir uns mit diesem Coronavirus so ähnlich – dass da etwas ungebremst auf uns zukommt und wir kaum Ausweichmöglichkeiten haben. Wie schön wäre es, wenn wir hoffen dürften, dass dieser befreiende Satz: „Wir melden uns, sobald die Gefahr vorüber ist“, möglichst bald gesagt würde.

Aber darauf müssen wir wohl nun noch eine Weile warten. Viele Ängste sind damit verknüpft. Ängste, dass wir selbst oder nahe Angehörige erkranken. Ängste vor den wirtschaftlichen Konsequenzen für uns und unsere Familien, für unsere Stadt, unser Land, ja die ganze Welt. Was wird da wohl noch alles auf uns zukommen? Und wie werden wir die Zeit füllen können, in der wir immer mehr Einschränkungen erfahren? Was werden die Kinder und Jugendlichen machen? Weiterlesen

Jauchzet, frohlocket!

Jauchzet, frohlocket, auf, preiset die Tage! Rühmet, was heute der Höchste getan! Lasset das Zagen, verbannet die Klage, stimmet voll Jauchzen und Fröhlichkeit an! Dienet dem Höchsten mit herrlichen Chören, lasst uns den Namen des Herrschers verehren! (Johann Sebastian Bach: Eingangschor aus dem Weihnachtsoratorium BWV 248)

Weltberühmte Worte aus dem Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach aus dem Jahr 1734, die mich berühren; an einem Adventwochenende in der Erlöserkirche, gesungen vom Essener Bachchor – und genauso in diesem Jahr auch in anderen Essener Gemeinden. Die fünf Paukenschläge, mit denen die Musik beginnt: „Achtung! Wichtig! Herhören und alles andere vergessen!“ Wie jedes Jahr denke und fühle ich: Jetzt, jetzt bin ich im Advent – richte mich auf Weihnachten hin aus. Weiterlesen

Friedensgruß zum Stadt- und Bürgerfest Essen Original 2019

„Die Würde des Menschen ist unantastbar!“ – so heißt es im ersten Artikel unseres Grundgesetzes, das vor 70 Jahren vom Parlamentarischen Rat verabschiedet wurde. In diesem Satz schwingt die Überzeugung mit, dass ein jeder Mensch einzigartig ist und einen unverwechselbaren Wesenskern besitzt.

Für mich als Christin verbindet sich mit dieser Wertschätzung der Würde eines jeden Menschen der tiefe Glaube, dass Gott einen jeden und eine jede von uns in Liebe und zur Freiheit erschaffen hat. Gott selber gibt jedem Menschen seine unveräußerliche und unverfügbare Würde. Auf dem Hintergrund der Katastrophe von zwei Weltkriegen hat der Parlamentarische Rat diese unantastbare Würde betont. Es schwingt das klare Bekenntnis zu Mitmenschlichkeit und Respekt gegenüber jedem Menschen mit. Weiterlesen

Stadtgesellschaft

Wer sich einer neuen Umgebung einlebt, lernt automatisch ein paar neue Vokabeln. Eine Vokabel ist mir schon bei meiner Einführung als neuer Diakoniepfarrer im Dezember 2014 aufgefallen. Sie steht in keinem Wörterbuch für Ruhrpott-Deutsch und scheint mir dennoch viel über Essen auszusagen: Es geht um die „Stadtgesellschaft“. Weiterlesen