Eine Botschaft, die befreit und ermutigt

Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende (Matthäus 28,20)

Es gibt keine Taufe in unserer Kirche, in der wir diese Worte nicht hören. Denn dieser Satz, dieses Versprechen ist die Ermutigung für uns, uns auf den Weg zu den Menschen zu machen. Zu allen Menschen, denn „gehet hin in alle Welt!“ Der Grenzenlosigkeit der Verheißung entspricht die Grenzenlosigkeit des Auftrags.

Das sind große Worte. Ich weiß das genau. Es sind herausfordernde Worte, denen wir als einzelne, als Gemeinde, als Kirche weltweit niemals vollständig gerecht werden können. Und doch darf der Anspruch nicht kleiner werden. Denn die Liebe Gottes gilt jedem Menschen. Keiner bleibt hier außer Acht. Deshalb ist es befreiend, dass wir als Christen nicht von uns selber reden müssen oder reden sollen, sondern: „lehret sie halten alles, was ich – Jesus Christus – euch geboten habe! Weiterlesen

Kirche hat ein prophetisches Wächteramt

Der Mund des Frevlers weiß Dinge zu verdrehen. (Sprüche 10,32)

Seit Monaten beschäftigen mich die täglichen Nachrichten über den Zustand der Welt. Ungläubig frage ich mich, in welcher Welt wir im Augenblick leben. Mir kommt es vor, als erleben wir täglich eine kleine Apokalypse, einen kleinen Untergang der Welt. Da sind die Bilder von toten Walen, in deren Mägen man kiloweise Plastik fand. Da sind die Bilder von geretteten Flüchtlingen auf Schiffen des Mittelmeeres und man lässt die Menschen nicht an Land. Über die ganze Flüchtlingsfrage und ihre Abwehr streiten die Koalitionsparteien mit dem christlichen „C“ in ihrem Namen. Da ist der Hass der AfD-Wähler, den man so schwer nachvollziehen kann, weil sie in einem der reichsten Länder leben, keinen Krieg kennen, keinen Hungertod fürchten müssen. Weiterlesen

Alltag bei Luthers

ERZÄHLER: Denken wir uns zurück. Wir befinden uns im Frühjahr 1525 in Wittenberg. Vor gut siebeneinhalb Jahren hat Martin Luther die Thesen an die Schlosskirche angeschlagen. Was davor geschehen ist und was danach geschah, davon wollen wir heute aus berufenem Munde hören. Denn sie besuchen uns heute. Begrüßen Sie herzlich mit mir: Katharina von Bora und Martin Luther.

KATHARINA [kommt vor und ruft]: Martin, Martin!

MARTIN: Katharina, warum ruft Sie mich schon wieder herbei, ich muss an die Arbeit. Am kommenden Sonntag ist der Gottesdienst zu halten – und ich bin mit meiner Predigt noch nicht so weit. Der Text von Paulus: Das Weib sei untertan dem Manne, aus dem Epheserbrief, macht mir zu schaffen.

KATHARINA: Darum geht es gerade, Martin. Er wolle mich heiraten, hat Er gesagt. Aber ich sehe doch die Leute und höre sie reden, wie sie sich den Mund darüber zerreißen und sagen: Seht nur, die Nonne und der Mönch. Das ist wider Gottes Gebot – das ist Sünde. Wie sollen wir es nun halten, was sagt Ihm sein Glaube? Weiterlesen