Der Hase

Am 16. November war Vorlesetag in Deutschland. Wer wollte und konnte, hat an diesem Tag anderen vorgelesen. Auch der Präses unserer Landeskirche, Manfred Rekowski, wollte an diesem Tag Kindern vorlesen und suchte sich dafür unsere Bücherei aus. Er las den Maxi-Kindern aus dem Kindergarten am Brausewindhang biblische Geschichten vor: zuerst die von der Schöpfung der Tiere mit Elefanten und Giraffen, Pferden und Hasen.

Und dann las er die Erzählung von der Arche. Bald kamen alle Tiere an die Reihe, die Noah mitnahm. Da fragte ein Kind: Und wo ist jetzt der Hase? Ja, wo? Man suchte Seite für Seite, aber es war kein Hase zu sehen. Schade. War er vorausgelaufen oder hatte er sich verkrochen? Erst am Schluss entdeckte die Mitarbeiterin der Büchereifachstelle zwei große Ohren in einem Bullauge. Da musste man schon genau gucken. Aber dann erkannte man die Ohren, die Zeichen des Hasen. Da wussten die Kinder: der Hase ist auch mit dabei. Alles war gut. Weiterlesen

Ein Haus für Gott

Weihnachten sind die meisten am liebsten zu Hause. Feiern zusammen mit der Familie. Studenten, die an entfernten Orten studieren, machen sich auf den Weg durch die halbe Republik, um zum Fest zuhause zu sein. Eine Umfrage bei den Konfirmanden „Was ist dir das wichtigste am Weihnachtsfest?“ ergab mit überwältigender Mehrheit: Mit der Familie zusammen zu sein und gemeinsam zu feiern. Geschenke waren sehr nachgeordnet. Familie: Eltern, Geschwister, wenn möglich Oma und Opa. Niemand soll, niemand will heute alleine sein. Man rückt zusammen, macht es sich gemütlich. Isst ein festliches Mahl, beschenkt sich, genießt die Zeit. Zuhause ist es am schönsten.

Für viele ist es so, aber nicht für alle. Manche flüchten von zu Hause, gerade jetzt, fliegen in die Sonne, suchen Abstand. Denn zu Hause an Weihnachten ist für sie schwer. Und leer. Zu viele Erinnerungen, zu viel Streit, enttäuschte Erwartungen. Alte Wunden brechen auf und schmerzen wie am ersten Tag. Und die Sehnsucht, sie schmerzt auch: die Sehnsucht nach einem Stück heile Welt, nach Frieden und Dazugehören, gerade heute Nacht, nach einem Ort der Geborgenheit und des Trostes. Nach Nähe. Nach dem Zauber der alten Geschichte vom Kind im Stall. Weiterlesen

Eine Botschaft, die alles verändert

Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden. (Lukas 24,5-6)

In Jerusalem gibt es gleich zwei Orte, an denen das Grab Jesu – und damit der Ort der Auferstehung! – verehrt wird. Der historisch vermutlich richtige befindet sich in der „Grabeskirche“. Aber hier die Begegnung mit dem Gekreuzigten und Auferstandenen zu finden, fällt mir schwer. Das Gedränge der vielen Menschen und ihr Lärm stören mich. Weiterlesen

…dass das Leben siegt: Mein 80. Geburtstag im Heiligen Land

Vom 17. bis 26. Januar haben wir, das waren 22 Reisefreundinnen und –freunde, eine Studienreise ins Heilige Land und nach Jerusalem, die Stadt Gottes, unternommen – und, Gott sei Dank, auch erfolgreich abgeschlossen. Wir wohnten sehr gut im Lutherischen Gästehaus in der Altstadt Jerusalems, mit Blick auf die wunderbare Evangelische Erlöserkirche und die alte Grabes-Auferstehungskirche. Wir haben sechs Stürze ohne Bein-„Bruch“ (= Segen – baruch) überstanden, im winterlichen Regen. Wir haben schöne kalte Tage erlebt, einen sehr warmen Tag in Jericho, dann wieder Tage mit fiesem Schneematsch in Bethlehem und Beit Jala. Mit der uns, meiner Frau Karin und mir, gut vertrauten, liberalen, liebenswürdigen und sehr qualifizierten israelischen Führerin Ruth Eisenstein haben wir Jerusalem, die Stadt Gottes, erkundet.

Was soll ich, mit dem Apostel Paulus, also dazu sagen? Wo anfangen? Unser „Wegweiser“ ist unser lieber Herr Jesus Christus, dem wir vorher und in der jetzt beginnenden Passionszeit nachfolgen wollen im „Frieden des Herrn“. Weiterlesen

Der Trost Gottes ist die Erfahrung seiner Nähe | Andächtiges zur Jahreslosung #5

Gott spricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet. (Jesaja 66,13)

Bei den Worten „trösten wie einen seine Mutter tröstet“ fallen mir sofort Szenen aus meiner Kindheit ein. Ich bin in einem kleinen Dorf groß geworden mit vielen Wiesen, Feldern, Obstbäumen, Bauernhöfen. Einer meiner Freunde kam von einem Bauerhof. Wir beiden waren immer gerne draußen und unternahmen viel zusammen, kletterten auf Bäume, ließen uns an Ästen kopfüber runter hängen, fuhren Roller um die Wette, tobten im Stroh und halfen bei der Ernte. Dabei kam es natürlich vor, dass ich mit dem Roller stürzte, im Zaun hängen blieb, ungünstig fiel und mir aufgeschlagene Knie, Schürfwunden, Schnittwunden, Verstauchungen zuzog. Was dann folgte, lief immer in ähnlicher Weise ab. Weiterlesen