Gott bezeugen

Gottes Hilfe habe ich erfahren bis zum heutigen Tag und stehe nun hier und bin sein Zeuge bei Groß und Klein. (Apostelgeschichte 26,22)

Er bezeichnet sich als Zeuge und ist doch der Angeklagte: Paulus steht vor König Agrippa. Er wird des Aufruhrs gegen die römische Herrschaft bezichtigt und verteidigt sich, erklärt, wie er vom Saulus und Christenverfolger zum Paulus wurde, der als Apostel durch die Lande zieht, in fremden Gegenden und ausländischen Städten besondere Plätze aufsucht, um den Menschen von Jesus Christus zu predigen. Weiterlesen

Gottes Liebe reich erfahren

Ich bete darum, dass eure Liebe immer noch reicher werde an Erkenntnis und aller Erfahrung. (Philipper 1,9)

Eure Liebe möge mehr und mehr wachsen an Erkenntnis und Erfahrung: Das wünscht der Apostel Paulus in nicht gerade rosiger Lage der Gemeinde in Philippi. Diese erste Gemeinde auf europäischem Boden, die Paulus gegründet hat, lag ihm besonders am Herzen. Denn obwohl der Apostel gerade im Gefängnis sitzt, bittet er in seinen Schwierigkeiten nicht für sich, sondern für das Zunehmen göttlicher Liebe in der Philipper-Gemeinde.

Wenn ich mir unsere Welt heutzutage anschaue, denke ich, dass wir diesen Wunsch des aktuellen Monatsspruchs ebenfalls ganz dringend brauchen. Terror, Gewalt, Hass und Krieg scheinen immer mehr zuzunehmen, die Welt zu beherrschen – und gleichzeitig die Liebe und Fürsorge füreinander abzunehmen. Weiterlesen

Diakonie. Gott sei Dank!

1. „Halleluja! Lobe den HERRN, meine Seele! Ich will den HERRN loben, solange ich lebe, und meinem Gott lobsingen, solange ich bin.“ So beginnt der 146. Psalm, den ich als Predigttext für die Vesper um Vier am 8. Juli – zum Abschluss des Marktkirchenfestes der Diakonie in Essen – ausgewählt habe. Passt das für einen Tag wie diesen, an dem Kirchenmusik und Diakonie zusammenkommen?

Und wie das passt! Das Staunen über das Wunder des Lebens, die Freude über das Leben, das Lob Gottes steht doch am Anfang von allem. Wir antworten darauf mit unserer Musik. Aber noch mehr: Wir antworten darauf mit unserem ganzen Leben. Weiterlesen

Auf der Suche nach Gott

Ich bin in einem christlichen Elternhaus aufgewachsen, so christlich, dass wir vom Weltlichen abgeschottet wurden. In meinem Elternhaus gab es weder unchristliche Bücher noch gab es einen Fernseher und es war verpönt, das Radio laufen zu lassen und Schlager oder sonstige weltliche Musik zu hören. Es galt als selbstverständlich, dass nur wir den wahren Glauben haben und die Welt da draußen etwas Fremdes, etwas Feindliches und einfach nicht das Rechtmäßige war. Das mag sich sehr eingeschränkt anhören, aber ich habe als Kind dafür sehr viel Liebe bekommen und eine Geborgenheit empfunden, die ihresgleichen sucht. Mit keinem Elternhaus meiner „weltlichen“ Schulfreundinnen hätte ich tauschen wollen.

Als ich älter wurde, drängte sich mir die Frage auf, warum soll ich das Glück haben, den einzig richtigen Glauben zu haben, nur weil ich in diese meine Welt hineingeboren bin? Es gibt so viele andere Lebewesen auf dieser Erde, warum sollte ausgerechnet ich das einzig Wahre einfach so bekommen haben? Und ich wollte mich auf die Suche machen. Weiterlesen

Das Band der Liebe

Sie kennen Freundschaftsbänder! Immer wieder kommen sie in Mode. Geknüpft oder geflochten aus bunten Fäden, werden sie an einen guten Freund oder eine gute Freundin verschenkt. Das Freundschaftsband ist Zeichen der Verbundenheit.

Ich stelle mir Gottes Verbundenheit mit uns Menschen manchmal wie ein solches Freundschaftsband vor. Geknüpft aus Vertrauen und Verstehen, aus Zuwendung und Trost, aus Vergebung, aus Mitlachen und Mitfreuen, aus Verständnis. Das Freundschaftsband zwischen Gott und jedem einzelnen von uns: unsichtbar, aber spürbar. Es nutzt sich nicht ab, zerreißt nicht, kommt nicht aus der Mode. Weiterlesen

Von Gott geliebt

…ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein! (Jesaja 43,1)

Ein Kind zu bekommen, gehört zu den besonders bewegenden Erfahrungen im Leben. Viele Menschen nehmen daran Anteil. Sie alle sind berührt von dem Wunder der Geburt.

Für Vater, Mutter und alle, die sich die Erziehung teilen, bedeutet die Ankunft des kleinen Erdenbürgers noch mehr: der Alltag verändert sich völlig. Plötzlich tauchen Fragen auf, die weit über das Bisherige hinausgehen: Was wünschen und erhoffen wir uns für unser Kind? Welche Bedeutung hat Gott für unser Leben? Welche Werte soll unser Kind mit auf seinen Weg bekommen? Vor welchen Erfahrungen möchten wir es lieber bewahren? Und: Können wir das überhaupt? Weiterlesen

Gegen die Verhärtung der Herzen

Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch. (Ezechiel 36,26)

Noch stehen wir am Anfang des neues Jahres: Über 350 Tage liegen vor uns. Das klingt zunächst nach viel. Aber wir wissen ja, wie schnell die Zeit vergeht! Manches ist schon geplant und steht fest im Kalender, etwa Geburtstage, besondere Feiern und Veranstaltungen, Urlaub. Anderes ist noch offen und wird erst im Laufe der Zeit hinzukommen. Ein neues Jahr – mit welchen Gefühlen und Erwartungen gehe ich hinein? Gespannt, gelassen, hoffnungsvoll, skeptisch, unsicher, ängstlich? Eine Mischung aus verschiedenen Gefühlen. Weiterlesen

Ein Neuanfang ist möglich

Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch. (Ezechiel 36,26)

So lautet die Jahreslosung für 2017. Als ich sie las, sprachen mich die Worte gleich an. Mit diesem Mut machenden Zuspruch will ich den Blick auf das neue Jahr richten.

Neu anzufangen ist möglich. Gerade am Beginn eines Jahres setzen wir uns gerne Ziele. Der Eine möchte abnehmen, der Andere mehr Zeit mit der Familie verbringen und Freundschaften pflegen. Jugendliche nehmen sich vor, mehr Zeit in die Schule zu investieren. Manche der Vorsätze sind sehr persönlich, andere bleiben eher allgemein. Viele kennen die Erfahrung, dass die guten Vorsätze schon bald auf der Strecke bleiben. Manch einer probiert es schon gar nicht mehr, weil die Vorsätze nicht gelingen. Weiterlesen

Weihnachten ist immer!

Denn euch ist heute der Heiland geboren. (Lukas 2,11)

Ist das nicht verrückt? Viele von uns freuen sich auf Weihnachten und die damit verbundenen Traditionen: Kerzen, Tannenbaum, Geschenke, gutes Essen, gemütliche Stunden im Kreis der Familie, vielleicht sogar auf den Gottesdienstbesuch am Heiligen Abend. Doch manch einer ist danach traurig oder gar enttäuscht. Entweder, weil alles viel zu schnell vorbei gegangen ist oder weil es nicht so harmonisch abgelaufen ist wie erwünscht.

Wenn wir an ein paar Feiertagen unsere tiefe Sehnsucht nach Geborgenheit, Wärme, Liebe stillen wollen, so ist das, ehrlich gesagt, eine recht hohe Erwartung und kann eigentlich nicht funktionieren. Weiterlesen

Die Freiheit nehm‘ ich mir!

Wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit. (2. Korinther 3,17)

Freiheit ist ein hohes Gut. Da sind wir uns sicher einig. Freiheit ist in aller Munde: „Die Freiheit nehm‘ ich mir“ – ein Werbeslogan für eine Kreditkarte. Von welcher Freiheit sprechen wir eigentlich? Geht es um die Freiheit shoppen, konsumieren zu können, egal, was auf dem Konto liegt? Geht es um die Ungebundenheit von Verpflichtungen, die Freiheit von Gesetz und Regeln? Geht es um die persönliche Freiheit, ohne Rücksicht auf andere? Ist das Freiheit? Weiterlesen