Kaleidoskop des Glaubens

Leo Tolstoi erzählt eine alte russische Sage, „Die drei Greise“: Ein Bischof fährt mit einem Schiff über das Meer. Er hört von einer Insel, auf der drei fromme Greise wohnen, die dort ihr Seelenheil suchen. Er fragt den Kapitän, ob man einen Zwischenhalt einlegen könne, damit er die drei Alten besuchen kann. So nehmen sie Kurs auf die Insel, setzen Anker und ein Boot bringt den Bischof zur Insel.

Die Greise kommen und verneigen sich vor ihm. Er segnet sie und sagt. „Ich habe gehört, dass ihr, Greise Gottes, hier euer Seelenheil sucht … ich bin aber ein unwürdiger Knecht Gottes, durch seine Gnade berufen, seine Herde zu weiden; so wollte ich auch euch … sehen und euch, wenn ich kann, Belehrung erteilen. … Sagt mir, wie ihr euer Seelenheil sucht und Gott dient.“ Weiterlesen

Psalm 23 – neu für unsere Zeit

Der Herr ist unser aller Hirte.
Er weidet nicht nur mich auf grünen Auen, sondern die Völker aller Länder dieser Erde.
Die Menschen der Erde müssen aber mithelfen, dass die Auen grün bleiben.
Auen werden absterben durch Hass, Respektlosigkeit, Eifersucht, Überheblichkeit, Geiz, üble Nachrede und Neid.
Wenn die Menschheit bereit ist, Respekt vor friedfertigen Religionen zu haben und die Vielfalt von Flora und Fauna zu erhalten, indem keine Gifte mehr versprüht, keine Tiere mehr gequält oder gewinnbringend verhökert werden, dann wird uns der Herr weiterhin auf grüne Auen führen. Weiterlesen

Anleitung zum Beten

Menschen, die etwas mit Gott erlebt haben, sagen oft: „Gott hat mein Gebet erhört.“ Sie reden zu Gott und Gott gibt eine Antwort, indem das Gebetsanliegen eingetroffen ist. Das ist doch wunderbar! Doch viele sind verunsichert, wenn sie hören, dass man mit Gott einfach so reden und ihm alles sagen kann, was einen bewegt. Meine Erfahrung ist: Kindern fällt es leicht, zu Gott zu beten. Verlernen wir es denn beim Erwachsenwerden wieder? Um es wiederzuentdecken, hier ein paar Tipps, wie ein Gebet aussehen kann. Weiterlesen

Auf dem Friedhof

An den Gedenktagen im November führen uns unsere Wege öfter auf den Friedhof.

Gehe ich an den Gräbern vorbei, sehe ich nicht nur die herbstlichen Blumen, sondern noch viele andere Dinge. Muscheln und Steine, mitgebracht aus dem letzten Urlaub, eine einzelne rote Rose oder das selbst gemalte Bild, als letzten Gruß an die Oma. Weiterlesen

Mein Glaubensbekenntnis

Konfirmandinnen und Konfirmanden aus der Evangelischen Kirchengemeinde Essen-Schonnebeck haben persönliche Glaubensbekenntnisse verfasst. Ihre Worte können für uns eine Stärkung für den Alltag sein; einige davon dürfen wir hier veröffentlichen.

„Ich glaube an Gott, der alle Menschen liebt.
Für ihn ist jeder Mensch gleich.“

„Ich glaube, dass Jesus und Gott hinter mir stehen
und dass sie mir immer wieder eine Chance geben.“ Weiterlesen

Im letzten Moment die Gnade Gottes leben und erleben | 20 Jahre Hospiz Essen-Steele

Unser Leben währet siebzig Jahre – und wenn es hoch kommt, so sind es achtzig Jahre, und was daran köstlich scheint, ist doch nur vergebliche Mühe; denn es fähret schnell dahin, als flögen wir davon. (Psalm 90,10)

Es gibt Sätze und Verse, die bleiben und hinterlassen einen tiefen Eindruck. Als ich über den wertvollen Dienst der Begleitung Sterbender im Hospiz nachdachte, kamen mir solche bleibenden Verse in den Sinn. Es sind die Worte eines Beters, einer Beterin aus dem alten Israel. Worte aus Psalm 90, die an meine eigene Erfahrung als Pfarrerin anknüpfen: an wie vielen Gräbern wurde Psalm 90 schon gesprochen.

Der Psalmbeter malt die Vergänglichkeit des Lebens mit Bildern aus der Natur: „Das Leben ist wie Gras, das am Morgen noch blüht und sprosst und des Abends welkt und verdorrt“ (Psalm 90,5-6). Ein Bild, dem beim ersten Hören ein gewisser abgeklärter Realismus innewohnt. Wenn ich jedoch an konkrete Momente des Lebens und Sterbens denke, wird dieser abgeklärte Realismus des Psalms plötzlich ganz nah, persönlich und emotional. Weiterlesen

Alles erzählt von Gott

Wie lieb sind mir deine Wohnungen, HERR Zebaoth. (Psalm 84,2)

Dieses Wort hat mich bei meiner Einführung im Mai letzten Jahres als Superintendentin inspiriert. Irgendwie begleitet mich seitdem dieser Bibelvers – mit seinem Bild der „Wohnungen Gottes“. Wenn ich mir Wohnungen und Räume in unserem Land vor Augen führe, nehme ich wahr, wie sehr sich Räume in den letzten 25 Jahren verändert haben. Keine Arztpraxis mehr ohne großformatige Bilder an der Wand, Innenräume – Inneneinrichtungen der Geschäfte werden passgenau auf die Kunden und den Zeitgeschmack abgestimmt. Unser Raumempfinden hat sich verfeinert. Von einer zunehmenden Ästhetisierung unserer Gesellschaft sprechen die Wissenschaftler. Weiterlesen

Perlen des Glaubens: Ein Erfahrungsbericht

Neugierig war ich, denn von einem Perlenband hatte ich bisher noch nichts gehört. An sieben Abenden trafen wir uns in einer sympathischen Runde im Gemeindezentrum der Evangelischen Kirchengemeinde Königssteele. Die erste halbe Stunde war dem Ankommen und dem gemeinsamen Abendessen gewidmet. Danach befassten wir uns mit dem Geheimnis der Perlen. Weiterlesen