Vom Beten

Wenn du aber betest, so geh in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir’s vergelten. (Matthäus 6,6)

Lohnt es sich eigentlich zu beten? Jesus widmet in seiner Bergpredigt im Matthäusevangelium dem Gebet einen ganzen Abschnitt. Und es wird schnell deutlich, dass das Gebet für ihn mehr ist als nur eine Haltung. Und es ist auch nicht nur etwas, das alleine mit Gott und mir zu tun hat. Es geht tatsächlich auch um aktives Tun. Und es soll im Verborgenen geschehen. „Wenn du betest, geh in dein Zimmer,…“ – Luther nannte es „das Kämmerlein“ – „…bete zu deinem Vater, der im Verbogenen ist“ (aus Matthäus 6,6). Weiterlesen

Bergpredigt 2.0

Aufgewachsen in einem Elternhaus, das auch in den Siebzigerjahren des letzten Jahrhunderts seine braune Verstrickung nicht wirklich überwunden hatte, kämpfte ich mich in meiner Pubertät mit Hilfe meiner Lehrer zu differenziertem und tolerantem Denken durch. Und kämpfte (oft vergeblich und mit Blessuren) an gegen die schamhaft verleugnende Intoleranz meiner Verwandten, mit der sie sich als rechtschaffene Bürger inszenierten.

Als Frau der Kirche fiel es mir später leicht, tolerant zu sein – war es doch ganz der Mainstream, zu dem ich nun gehörte. Weiterlesen