Vom Frieden und vom Jagen

Suche Frieden und jage ihm nach! (Psalm 34,15)

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, wenn Sie einen Blick zurück werfen auf das vergangene Jahr. Ich kann viel Schönes entdecken, wunderbare Begegnungen und Gespräche mit Menschen, tatsächlich auch schöne Ausflüge und Urlaube, Oasen der Ruhe und Zufriedenheit, manches, was ich mir vorgenommen habe, ist auch gelungen – aber: ich bin auch müde am Ende diesen Jahres. Manches ist mir doch schwer geworden, manchmal habe ich mich nach breiteren Schultern und einer dickeren Haut gesehnt, manches war einfach viel, zu viel.

Mir ist also eher nach Anlehnen und Ausruhen, wenn ich an das neue Jahr denke, aber genau das wird von mir nicht erwartet. Erwartet wird, dass ich auf die Jagd gehe. Weiterlesen

Zusammenklingen im großen Orchester Gottes

Wahrlich, ich sage euch auch: Wenn zwei unter euch einig werden auf Erden, worum sie bitten wollen, so soll es ihnen widerfahren von meinem Vater im Himmel. (Matthäus 18,19)

„Eins sein“ ist wunderbar. Wo Einheit ist, werden erstaunliche Dinge möglich: in der Familie, in der Gesellschaft, im Sport. Wo Menschen Dinge gemeinsam wollen, gemeinsam anpacken, werden Dinge möglich, die wir vorher für unmöglich hielten. Wo Christinnen und Christen, egal welcher Konfession, eins sind, können Dinge geschehen, die Menschen zum Staunen und auch zum Klingen bringen. „Wenn zwei unter euch einig (eins) werden auf Erden, worum sie bitten wollen, so soll es ihnen widerfahren von meinem Vater im Himmel“ (Matthäus 18,19).

Jesus sagt das. Wo Luther hier ursprünglich „eins werden“ übersetzt, steht im Griechischen „symphoneín“. Wir kennen das Wort „Symphonie“ aus der Musik. Eine Symphonie ist ein großes, mehrsätziges Instrumentaltonwerk, in dem ein ganzes Orchester mit vielen verschiedenen Stimmen zusammenklingt. In der Sprache der Bibel ist eine „Symphonie“ der Inbegriff des „Einsseins“. Was für ein wunderbares Bild. Weiterlesen

Gedanken zur Jahreslosung

Suche Frieden und jage ihm nach! (Psalm 34,15)

Soeben sind die Gedenktage zur Erinnerung an das Ende des Ersten Weltkriegs vorüber. Sie haben – für viele junge Menschen neu, für andere wieder – die schrecklichen Folgen in Erinnerung gerufen: Millionenfachen Tod, unendliches Leid, Verwüstung und Zerstörung. Hintergrund des Krieges waren letztendlich Nationalismus und Militarismus unter den westeuropäischen Staaten, die zu Angst, Misstrauen, Feindschaft und Hass zwischen den Völkern führten. Dabei darf nie vergessen werden, dass Deutschland diesen Krieg begonnen hat.

Die gegenwärtige Lage in Europa und darüber hinaus erinnert fatal an die damalige Zeit. Der Nationalismus blüht, die politischen Eliten misstrauen einander und handeln konträr. Abschottung und Aufrüstung allenthalben. Nicht zu übersehen diverse Kriege im Weltenrund. Frieden zu bewahren, scheint mir, ist wohl doch nicht selbstverständlich, wie es nach den grauenvollen Kriegen des letzten Jahrhunderts und den derzeit tobenden eigentlich sein müsste. Frieden zu bewahren – eine politische Kunst: Ist sie vielleicht derzeit im Schwinden? Weiterlesen